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Mit Licht und Leidenschaft

Der gestrige Tag ist zu Ende gegangen, und heute Morgen, noch ganz erfüllt von dieser unglaublichen Energie, die ihr uns geschenkt habt, war ich auf den Pässen. Es war sehr früh, ich konnte nicht schlafen. Es war kurz vor fünf, noch vor Sonnenaufgang. Es war noch dunkel, aber in der Ferne konnte ich schon das Versprechen des Lichts erkennen. Das Versprechen des kommenden Lichts ist eines der schönsten Spektakel, das uns geschenkt wird. Es ist das Licht, das die Dunkelheit vertreibt, das Versprechen von Zukunft, das Geschenk eines neuen Tages.

Licht ist nicht nur eine abstrakte Entität. Licht besteht aus vielen kleinen Energiepaketen – den Photonen. Licht ist reine Energie, die sich in Form von Photonen durch den Raum ausbreitet. Licht ist das Echo einer ursprünglichen Schwingung, seit wir aus dem Nichts in die Schöpfung übergegangen sind. Licht ist Materie, die sich entschieden hat, kein Gewicht zu haben, um überallhin zu gelangen. Licht ist das, was geschieht, wenn Energie sichtbar wird. Es ist das Echo einer Urbewegung, ein Impuls, der keine Masse braucht, um Richtung zu geben – Materie ohne Masse, vielleicht ein Ausdruck göttlichen Willens. Und Licht bleibt nie stehen: Es tanzt, es krümmt sich, durchdringt, streichelt – wie die Anstrengung, die uns auf den Dolomitenpässen vereint hat, mit einer einzigen Richtung: vorwärts.

Während der Maratona dles Dolomites-Enel war jeder Tritt ins Pedal wie ein Photon. Jeder Atemzug, den wir gerungen haben, war eine Welle. Jeder Blick derer, die schweigend den Anstieg meisterten, war eine Form von Energie, die weit über die nächste Kurve hinausgestrahlt hat. Und heute, nachdem das Rennen vorbei ist, merken wir, dass dieses Licht bleibt. Es bleibt auf den geröteten Wangen, in den müden, aber glücklichen Lächeln, im Körpergedächtnis, das sich getraut hat. Es bleibt bei denen, die diesmal nicht ins Ziel kamen, aber in sich das Licht fanden, zu sagen: Es war wichtig zu starten – und sich zu versprechen, zurückzukehren. Denn Licht verbraucht sich nicht: Es wird weitergegeben und bleibt haften.

Man kann sagen, Licht ist dualistisch – eine Wellenbewegung mit Wellenlängen und Frequenzen, die die Farben bestimmen, jene wenigen, die wir sehen können. Und gleichzeitig ist es auch ein Teilchen, da es sich wie ein Energiefluss verhält. Für mich ist das die perfekte Metapher für den Menschen, der existiert und sich durch den Raum bewegt: Wir sind Fluss und Präsenz, Rhythmus und Wirkung. Körper und Traum, wie Seele und Herz.

So verhält sich auch die Energie all jener, die gemeinsam in die Pedale getreten haben – sie vergeht nicht. Ich habe sie heute Morgen auf den Pässen gespürt. Denn sie lagert sich ab – in den freundlichen Gesten der Freiwilligen, in ihren unendlichen Lächeln, im Klang des Waldes, der die Bühne bot, in der Stimme der Pässe, die uns ermutigt und uns eine Farbpalette geschenkt haben. Und jetzt, wo der Körper ruht und die Fahrräder abgestellt sind, bleibt das Licht und wird zu leuchtender Ruhe.

Was für eine Schönheit, meine Damen und Herren. Eine Pause, die kein Leerlauf ist, sondern Vorbereitung – mit einer Stille, die erfüllt ist, wie jene vor dem Sonnenaufgang. Die Maratona ist nicht nur ein Rennen – sie war auch in diesem Jahr ein Durchgang, der Beweis, dass Energie, wenn sie geteilt wird, ihren Zustand ändert: Sie wird zu Schönheit, Harmonie, Fürsorge.
Und deshalb – nach dem Anstieg, nach dem Ziel, nach dem Atem, der stockte, nach platten Reifen und gemeinsamen Anstößen – können wir mit Gewissheit sagen:
Wir haben Licht erzeugt.

Und dieses Licht wird bleiben – in den Augen derer, die dabei waren, und auf den Straßen all jener, die im nächsten Jahr kommen werden, um ein wenig FRIEDEN zu suchen und mitzubringen.

michil costa

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